Alexander Swiridoff • Dr. med. Alexandra Malligsen • Helge Malligsen


Hörwahrnehmung

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)


Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen werden als zentrale Hörstörungen beschrieben, bei denen die Weiterleitung und Aufbereitung von Hör- und Sprachinformation im Gehirn Schwierigkeiten bereitet. Das periphere Hörvermögen ist dabei unauffällig. AVWST treten isoliert oder in Kombination mit z.B. Sprachentwicklungsstörungen, Lese-Recht-Schreibschwächen, Lernschwächen und Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität auf. Die Häufigkeit dieser Störung wird in wissenschaftlichen Studien von Chermak und Musiek (1997) mit 2-3% angegeben.

 

 

 



Zu den Symptomen zählen unter anderem:

  • verzögerte oder ausbleibende Reaktion auf Ansprache
  • Probleme aufmerksam zuzuhören
  • Erschwertes Einschätzen der Richtung und Entfernung von Geräuschen
  • erschwertes Verstehen von Sprache unter Störgeräuschen
  • verkürzte Hörmerkspanne: Kinder fragen häufig nach und verstehen Gehörtes unvollständig
  • Ausspracheschwierigkeiten: undeutliches Sprechen, Auslassen und Vertauschen von Silben, Lauten und Wortendungen
  • Schwierigkeiten, ähnlich klingende Laute zu unterscheiden
  • Schwierigkeiten, die Laute und Lautfolgen eines Wortes herauszuhören
  • Schwierigkeiten, gehörte Wort- oder Satzbruchstücke zu sinnvoller Hörinformation zu ergänzen
  • Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben und Textverstehen

 

Zur Diagnostik gehört in unserer Praxis neben dem ärztlichen Gespräch und der körperlichen Untersuchung eine ausgedehnte pädaudiologische Untersuchungsreihe. Wir ergänzen ggf. eine vertiefende testpsychologische Untersuchung der Hörwahrnehmungsleistungen, der rezeptiven und expressiven sprachlichen Fähigkeiten, der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleitungen, sowie der kognitiven Leistungsfähigkeit durch unsere Diplom-Psychologin und Logopädin.

Eine ausführliche Beratung zur Förderung und Therapie ist selbstverständlich.

Zu den pädaudiologischen Untersuchungsverfahren gehören:

  • HNO-Befunderhebung mit Überprüfung des peripheren Hörvermögens
  • Überprüfung der Otoakustischen Emissionen
  • Zahlenfolgegedächtnis ZFG
  • Mottier-Test
  • Hörmerkspanne mit Sätzen
  • Sprachdiskrimination im Störgeräusch
  • Hannover`scher Lautdiskriminationstest HLDT
  • beidohriger Zahlentest im Störgeräusch BZT
  • Tests zur dichotischen Hörverarbeitung mit Geräuschen und Wörtern (Uttenweiler, Feldmann)
  • Tests mit zeitkomprimierter Sprache
  • Hörfeldskalierung
  • u.a.